All about Trachtenmode

Trachtenmode auf DirndlSpezialist.de – © panthermedia.net – Werner Heiber

Trachtenmode in besonderer Vielfalt
Wenn Sie das Wort Tracht hören, denken viele zuerst an das Dirndl oder die Lederhose. In jedem Fall wird Trachtenmode mit dem Bundesland Bayern oder mit Österreich in Verbindung gebracht. Heute wird ein Dirndl im Gegensatz zu früheren Zeiten als ein Kleid bezeichnet, welches über einen tiefen Ausschnitt und einem eng anliegenden Oberteil verfügt. Die Länge des heutigen Dirndls ist der Mode entsprechend und diese kann relativ kurz oder auch recht lang sein. Je nach Geschmack der Trägerin kann die Länge des Dirndls variieren. Früher handelte es sich bei einem Dirndl um ein einfaches und schlichtes Sommerkleid für die Dame. In den meisten Fällen handelte es sich in früheren Zeiten bei einem Dirndl um ein Arbeitskleid, das Damen trugen, die auf den Höfen Österreich oder Bayern arbeiteten. Doch wenn Sie sich näher mit dem Thema beschäftigen, werden Sie schnell feststellen, dass mit der Trachtenmode viel mehr gemeint ist.

Verschiedene Arten von Trachten
Bei den Trachten handelt es sich um historische und traditionelle Kleidung. Diese besteht seit vielen Jahren und ändert sich kaum. An der Tracht können Sie die Berufsgruppe oder Völkergruppe des Trägers erkennen.

Die Berufstracht wird auch Zunftstracht oder Amtstracht genannt. Handwerker in Städten trugen die Zunftstracht. Heute tragen Pfarrer oder Rechtsanwälte zum Beispiel Talare.

Weiterhin gibt es heute traditionelle Kleidung. Traditionelle Kleidung wird zum Beispiel getragen in:

  • Japan, hier der Kimono und Zöris
  • Schottland, der Kilt für den Herrn
  • Indien und Nepal, der Kimono
  • Niederlande

Die Tracht zeigt genauestens auf, aus welcher Region diese stammt und aus welchem Dorf der Träger der Tracht kommt. Auch die derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnisse können anhand der Tracht festgelegt werden.

Was eine Tracht aussagt
Menschen, die eine Tracht tragen, können verschiedenste Dinge zum Ausdruck bringen. So trägt der Pfarrer in der Kirche zum Gottesdienst einen Talar, bei einem Festgottesdienst ändert sich allerdings die Farbe des Talars.
Weiterhin können Sie anhand der getragenen Tracht festmachen, ob zum Beispiel die Dame, die eine Tracht trägt, in Trauer, ledig oder verheiratet ist. Die traditionelle Volkstracht wird heute bei Volksfesten oder Bestattungen auf dem Land getragen. Auch wenn Sie das Oktoberfest besuchen werden, werden Sie dort Menschen antreffen, die Trachtenmode tragen.

Viele Unterschiede
Trachten unterscheiden sich nach bürgerlicher Kleidung und Berufskleidung. Wie bereits gesagt, Pfarrer, Handwerker und Rechtsanwälte tragen unter anderem die Tracht als Berufskleidung. Aber die Tracht ist auch ein Ausdruck von einer dörflichen Gemeinschaft und des gemeinsamen Lebens in einem Dorf oder Landstrich. So hat jedes Bundesland in Deutschland seine eigene Landestracht. Hier wird unterschieden nach

  • Baden-Württemberg mit vielen verschiedenen Trachten wie zum Beispiel der Tracht aus Gutach oder der Schwarzwälder Tracht.
  • Bayern mit den verschiedenen Trachten wie zum Beispiel der Miesbacher Tracht, der Chiemgauer Tracht, der Berchtesgadener Tracht und vieles mehr.

Weiterhin bietet Nordrhein-Westfalen seine eigene Tracht. Auch das Land Brandenburg ist mit der Spreewaldtracht und den Frauentrachten im Fläming vertreten. Im Land Bremen gibt es seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die bremische ländliche Tracht. In Hessen wird unterschieden in Kirchgangstracht, Erntetracht und auch die Tracht für den Kuhhirten.

Wie Ihnen hier klar deutlich wird, hat jedes auch noch so kleine Bundesland seine eigene Tracht und seine eigene Tradition. In vielen Gegenden ist allerdings die Volkstracht bereits Ende des 19. Jahrhunderts aufgegeben worden und die Trachtenmode findet nur noch bei ganz speziellen Anlässen den Gebrauch.

Die bekanntesten Trachten
Zu den bekanntesten Trachten gehören wohl die bayrischen und die österreichischen Trachten. Bereits um 1870 wurden die weiblichen Oberschichten mit einem Dirndl versehen. Das Wort Dirndl kommt von dem Wort Dirne. Dieses Wort steht für junge Frau. Früher war das Dirndl ein ländliches und einfaches Sommerkleid. Im Laufe der Zeit wurde daraus doch ein aufreizendes Kleid für die fesche Dame. Ein Dirndl kann zu vielen Anlässen getragen werden. Für den Herrn gibt es die Lederhose mit den passenden Kniestrümpfen und dem dazu gehörenden Hut.

Das Dirndl
Ein Dirndl ist in vielen Fällen ein einteiliges Kleid. Mittels der gebundenen Schleife können Sie genau erkennen, ob die Frau ledig, verheiratet oder traurig ist. Das Dirndl kann einfarbig oder bunt gestaltet sein. Viele Dirndl verfügen über Verzierungen und aufwändige Verarbeitungen. Dirndl gibt es in allen möglichen Variationen, ob als einteiliges Kleid, als mehrteiliges Kleid oder als langes oder kurzes und aufreizendes Kleid – hier wird dem Wunsch der Dame, die es tragen wird, keinerlei Grenze gesetzt.

Die Lederhose
Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die Lederhose wieder in. Lederhosen gibt es für kleine Buben, heranwachsende männliche Jugendliche und für den Herrn. Etwa 1883 entstand der erste Trachtenverein und wurde von König Ludwig II unterstützt. So kam die Lederhose wieder in Mode und wird heute wieder gerne und oft getragen. In der heutigen Zeit gehören Eichen- oder Weinlaubmotive unbedingt zu einer Lederhose. An die Hosenträger gehören Edelweiß oder Enzian, denn so wird die Tradition gewahrt. Aus der Tradition heraus wird die Lederhose aus Hirsch- oder Gamsleder hergestellt. Die Bundweite ist je nach Bedarf veränderbar, so ist es kein Problem, wenn der Herr mal ein paar Kilos zu viel auf die Waage bringt oder nach sportlicher Betätigung einige Pfunde verloren hat. Die Länge der Lederhosen ist variabel. Es gibt die kurzen Hosen, die über dem Knie enden aber auch lange Lederhosen sind durchaus erlaubt. Die passenden Kniestrümpfe für die kurzen Hosen sind abhängig vom jeweiligen Trachtenverein. Das absolute Markenzeichen der Lederhosen ist, dass sie langlebig und absolut robust sind.

Traditionen und Rituale
Der Begriff Tracht oder die Trachtenmode wird mit Traditionen und alten Ritualen in Verbindung gebracht. Auch können Sie die Trachtenmode mit einer besonderen und speziellen Kleidung in Verbindung bringen. Denn es gibt die verschiedensten Ordenstrachten, welche in Klöster getragen wird und auch die Amtstrachten. Auf Amtstrachten verzichten werden wohl kaum Adelige und Priester. So ist klar, dass eine Tracht mehr als Dirndl oder eine Lederhose ist. Viele Rituale und Traditionen werden Sie entdecken, wenn Sie sich mit den verschiedenen Trachten auseinandersetzten.

Trachten in der heutigen Zeit
Sicher stellen wir uns unter einer Tracht immer ein Dirndl oder die Lederhose vor. Doch zu dem Begriff Tracht gehört einiges mehr. Und sicher handelt es sich auch zum Teil um Modeerscheinungen. Wenn gerade in Bayern Urlaub gemacht wird, so kann es durchaus sein, dass die Urlauberin eine weiße Trachtenbluse mit nach Hause bringt, was sicher der heimischen Umgebung keinen Abbruch tut. In Zeiten des 16. Jahrhunderts schrieb bereits Jost Ammans in seinem Frauentrachtenbuch von 1577, dass eine Frau allerlei schöne Kleidungen und Trachten vermelden kann. Und was die Frau schön macht, hebt die Stimmung und das Selbstwertgefühl der Frau um einiges. Eine Tracht kann nie schaden, wenn Sie sich an den Gegebenheiten orientieren.

 

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